Die Welt der Hikikomori, Teil 1

Veröffentlicht am 19. September 2026 um 18:00

 

Teil 1

Wenn es um Themen rund um die Psyche des Menschen geht respektive um Un-Gleichgewicht in der Psyche von Menschen, bedarf es sehr viel Achtsamkeit und Respekt. Respekt wovor? Zum Beispiel Respekt vor der Souveränität einer Person; womit ich insbesondere meine, dass Menschen jeweils in deren eigenen Welt leben. Und dies bedeutet, dass Außenstehende zwar die Verfassung ihres Gegenüber anhand ihrer hauseigenen Parameter interpretieren können. aber ... wie weit kommt man damit wahrhaftig? Eltern sind da keine Ausnahme.

Eltern wünschen sich durchweg Kinder die heil sind, und ihnen Freude bereiten. Natürlich sind Eltern auch bereit ihre Kinder durch schwere Zeiten zu begleiten ... aber auch Eltern bzw. deren Bereitschaft ihre Kinder zu begleiten, kann man nicht verallgemeinern. Was macht man mit seinem Kind, wenn das nicht mehr alltagstauglich ist? Wie sollen Eltern darauf reagieren, wenn Kinder sich den Anforderungen der Gesellschaft in Form von soziale Kompatibilität - reibungslose Beschulung - unauffälliges allgemeines Sozialverhalten auch im Rahmen der Familie, nicht mehr gerecht werden ... nicht mehr gerecht werden können.

In diesem Kontext will ich auf  jene Menschen zusprechen kommen, die man in Japan als Hikikomori bezeichnet. Als Hikikomori werden in der Japanischen Gesellschaft Menschen bezeichnet, die sich von der Gesellschaft zurückziehen; und sich ebenfalls innerhalb der Familie von selbiger zurückziehen. Sie tun dies aus ihren inneren Bedürfnissen heraus. Es geht für die Hikikomori nicht darum, keinen Bock auf Schule oder Arbeit zu haben, Oder sich einfach ohne selbst Etwas für ihren Lebensunterhalt zu tun, sich von der Familie durchfüttern zu lassen. Hikikomori ziehen sich zurück, weil sie seelisch bzw. auf Ebene ihrer Psyche sich auf sich selbst zurückziehen müssen. Durchweg brauchen sie ihren geschützten Raum in dem sie nur mit sich selbst sind; um sich abzugrenzen 

Dies stellt nicht nur sie selbst als Betroffene vor eine Herausforderung. Auch die Eltern - oder Partner - sind konfrontiert. Wie soll man damit umgehen, wenn das Kind oder der Partner/die Partnerin sich immer mehr zurückzieht; und jede soziale Interaktion vermeidet ... ja vermeiden muss aufgrund der eigenen inneren Befindlichkeit? Und ... wie lange kann man als außenstehende Person so neben jemand Anderem leben? Japan hat eine ziemlich straighte Gesellschaft. Da geht es sehr um Konventionen und Konformität auf vielen Ebenen des Daseins als Mensch; und gleichsam als Mitglied der japanischen Gesellschaft.. Da wird viel Wert darauf gelegt nicht aus der Rolle zu fallen. Ja, man muss auch funktionieren. Schule - Ausbildung - Studium - Arbeit. Das Alles darf und muss wie am Schnürchen funktionieren. Lücken im Lebenslauf, oder jahrelange Auszeiten, machen sich da nicht gut. Innerhalb der Familien herrschen starke Hierarchien. Kinder müssen funktionieren. Wenn man die Wahl hat zwischen Individualität entfalten und selbige leben, oder aber, ins System passen - den Eltern keinen Ärger machen - und den Anforderungen der Gesellschaft in allen Bereichen zu entsprechen, dann ist "in die Gesellschaft nahtlos passen" first.

Und so ist es für jene Menschen die in Japan als Hikikomori bezeichnet werden, doppelt  schwierig ihren inneren Bedürfnissen zu entsprechen; und sich abzugrenzen indem sie sich vollends zurückziehen. Und die meisten Eltern und Partner sitzen dann wahrlich zwischen zwei Stühlen. Da ist einerseits die Situation zuhause mit einer Person die man nicht vollends versteht, für die man sorgen muss, die sich von einem selbst auch noch abgrenzt. Und da ist auf der anderen Seite jene straighte Japanische Gesellschaft in der man nicht auffallen will. In der man auch Niemandem mit den eigenen Sorgen zur Laste fallen will. Das ist für alle Beteiligten eine Gradwanderung.

Als ich das erste Mal vor Langem von den Hikikomori las, war mir das nicht fremd. Aber das es mir nicht fremd ist, hilft faktisch nicht einem Dritten. Und wenn man im www den Begriff Hikikomori eingibt, dann bekommt man einige Definitionen präsentiert. Menschen die sich derart verhalten, dass sie sich sowohl von der allgemeinen Gesellschaft samt deren Anforderungen zurückziehen, aber auch innerhalb der eigenen vier Wände von der Familie oder den Partnern zurückziehen, tun dies, weil sie nicht mehr anders können. Sie sind in einem Modus in dem sie mit sich allein sein müssen. Das Einzige was Außenstehende tun können, ist, Selbige zu begleiten; und ihnen einen geschützten Raum zu bieten in welchem sie durch ihren Prozess gehen können.

Unter Anderem las ich von Betroffenen, die ihre seelischen -, und physischen Befindlichkeiten schilderten. Da gibt es Leute die erzählen, dass sie das Gefühl hatten, dass sich ihre Energie - oder Energie an sich - durch ihren Körper bewegte; und sie selbige nicht hatten steuern können. Diese Symptome (zum Beispiel) sind signifikant für eine Seele die sich im Prozess des Erwachens befindet. Das ist keine Krankheit ... im Gegenteil. Aber es ist ein anspruchsvoller Prozess der Jahre dauern kann. Es ist ein Prozess, unter dem ein Mensch-Geschöpf durch verschiedene Phasen seiner Heilung geht. Das kann auf allen Ebenen wie Physis - Seele - Geist, sehr anspruchsvoll sein. Und wenn sich Ärzte oder Therapeuten mit der Symptomatik nicht auskennen weil selbige ihnen unbekannt ist - was zumeist der Fall ist - und es dann fehl-diagnostizieren, dann landet die betroffene Person oft in der Psychiatrie. Eben dort, wo derlei Personen die durch den Prozess des Erwachens gehen, ganz und gar nicht hingehören. Es ist ein tiefes Thema. Ich selbst nehme es so wahr, dass jene Menschen die als Hikikomori bezeichnet werden weil das entsprechende Verhalten an den Tag legen, durch tiefe Seelische Prozesse gehen. Das macht es nicht einfacher. 

Ich selbst fühle es jedoch dergestalt, dass man darauf achten darf, dass sich der Rückzug nicht auf Ewig verfestigt. Unter dem Prozess tiefer seelischer Prozesse die einen derartigen Rückzug für die betroffenen Personen unumgehbar machen, spielt es eine Rolle, dass sie entweder selbst fühlen was los ist und sich ihrem Prozess hingebend vertrauensvoll durch selbigen hindurch bewegen. Oder aber, sie haben einen Therapeuten/Heiler/Psychologen an ihrer Seite, der/die sich mit diese Art von tiefen seelischen Prozessen auskennt; und achtsam begleiten kann.

An dieser Stelle leite ich einen 2ten Teil zu diesem Thema ein, weil der Artikel sonst zu lang wird.

 

 

 

Author/Copyright: NEA (Meisterin चन्द्र Nung Pha🌈)

Datum/Data: 19.09.2026

Stock photo: webador

 

 

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